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Ich will keinesfalls den Eindruck erwecken, als wäre ich immer nur zufrieden, glücklich, entspannt, fröhlich usw. Nein, ich bin auch laut. Ich streite. Ich diskutiere. Bin genervt, gereizt und angespannt. Ja, ich würde sagen, ich kann wirklich sehr anstrengend sein.


Wie befreiend war es, als ich mir endlich erlaubte, eine anstrengende Person zu sein. Die alles hinterfragt und immer diskutiert, immer recht haben will. Ich durchdenke alles und nehme nichts einfach nur hin. Ich mache nicht was andere wollen, es sei denn, ich sehe einen Sinn darin.

Da bin ich echt radikal. Den Großteil meines bisherigen Lebens bin ich damit nur angeeckt.


Ich habe rebelliert gegen alles und vor allem gegen mich selbst. Denn ich hasste mich dafür, so zu sein. Und es war ja auch nicht gut, immer nur so zu sein. Wenn ich aber nicht anstrengend sein darf und es aber trotzdem bin, dann kann das andere in mir gar nicht sein. Die verständnisvolle, ruhige, sanfte, öffnende, annehmende Seite in mir. Im Gegenteil, sie darf dann nicht sein, sie muss sogar beschützt werden, damit sie nicht auch noch angegriffen wird. Dann bin ich halt immer nur anstrengend und rebelliere gegen die, die mich anstrengend finden. Ich projiziere mein anstrengend-und-anders-sein-ist-schlecht-Urteil auf die anderen und dann begehre ich auf. Das habe ich gemacht, bis ich 27 Jahre alt war. Sehr heftig. Fast bis zur Selbstzerstörung. Drogen.

Alkohol. Schulden. Denn wenn ich aufgrund meiner Verurteilung aussortiere, was sein darf und was nicht, dann ist da nur Widerstand in mir. Und der macht mich krank bzw. ruft bei mir ganz klar Suchtverhalten, Kontrollsucht und Verlustangst auf.


Mit 27 Jahren wurde mir klar, dass ich das alles selbst verursacht habe und es begann eine Reise zu mir selbst.


Jetzt darf ich alles sein. Jetzt muss ich alles sein, weil ich mich sonst selbst zerstöre. Und ich bin glücklicher, zufriedener, fröhlicher, ehrlicher, gebender, inspirierender, dienender, offener als jemals zuvor. Jetzt sind all die Eigenschaften, die ich verurteilte mein ganz persönlicher Kompass zu meinem erfüllten Leben.


 

Wo erlaubst du dir, nicht du zu sein? Welche Eigenschaften magst du an dir nicht?

Dieses nicht-Akzeptieren verursacht die meisten zwischenmenschlichen Konflikte.


Wie? Ich gebe dir ein Beispiel:

Ich mag es nicht auf Spielplätze zu gehen. Lange hab ich mich selbst dazu überredet, weil ich dachte, wenn ich das nicht tue, bin ich eine schlechte Mutter und egoistisch noch dazu. Ich war aber immer genervt, weil ich eigentlich gar nicht dahin wollte, doch hab das nie gesagt, denn das war ja falsch. Dieser innere Druck hatte zwischenmenschliche Auswirkungen. Jede Frage wie: "Mama, kannst du mich anschaukeln." hat mich gestresst und angenervt. Wir alle hatten dadurch keine schöne Zeit.

Erst als ich mir erlaubt habe, offen und ehrlich zuzugeben, dass ich das nicht mag und will, konnten wir entspannt damit umgehen. Danach waren wir (ganz selten) immer mal wieder auf dem Spielplatz, aber es war klar, dass ich nicht für Schaukel-Anschubser oder andere Sachen zur Verfügung stehe. So konnten alle damit umgehen. Es war klar und greifbar. Wir konnten Kompromisse finden.


Da wo wir uns selbst nicht akzeptieren, können wir nicht klar kommunizieren und machen es auch anderen damit schwer.


Gerade wir Frauen machen sehr viel von dem, was erwartet wird, obwohl wir es gar nicht wollen. Das fängt beim Bügeln an und endet beim S*x.


Es lohnt sich also, wenn du dir die unliebsamen Dinge mal anschaust und dich fragst:

Ist das wirklich wichtig? Kann das auch jemand anderes machen? Oder kann das weg?

Viel Erfolg!



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Heute hatte ich eine Sitzung, die mir gezeigt hat, wie wertvoll es ist, Überzeugungen zu verändern, die in unserer inneren Welt herrschen.

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Seit über zwei Jahren kommt sie regelmäßig zur Massage. Ende letzten Jahres ist fast plötzlich ihre Oma verstorben. Jedes Mal, als ich sie sah, spürte ich die Trauer in ihr.

Sie war mir gegenüber sehr offen, so dass ich schon einmal während der Massage Bilder empfangen durfte. Es ging um ihr übersteigertes Verantwortungsbewusstsein. Den Wunsch alles zusammenhalten zu müssen.

Ich teile mit ihr meine Wahrnehmung und sie konnte damit in Resonanz gehen. Vor zwei Wochen, dann buchte sie eine Einzel-Begleitung bei mir. Verschiedene Themen hatten sie beschäftigt.

Ich spürte aber immer wieder sehr präsent eine tiefe Traurigkeit in ihr. In unserem Treffen heute, bei dem ich ihr eine heilende, entspannende Massage gab, nahm ich wieder Bilder aus ihrem Feld wahr: Ich sah sie am Boden sitzend mit Fotos der Familie in der Hand und ihre verstorbene Omi hinter ihr stehend. Und da war sie die tiefe, tiefe Traurigkeit.

Als ich ihr davon erzählte, liefen endlich die erlösenden Tränen.

Die liebevolle und eindringliche Botschaft ihrer Oma an sie war klar und deutlich:

Lass los! Ich wollte nie, dass du meine Rolle übernimmst! Leb jetzt dein eigenes Leben! Lass los! Es gehört nicht zu dir…. Nach einer Weile legte sie die Fotos in eine kleine hübsche Truhe und stellte sie an einen besonderen Ort.

Tränen fließen. Vermissen. Meine Omi ist nicht mehr da.

Ich rede mit ihr über die Überzeugung der Welt, das Verstorbene irgendwo hingehen, in den Himmel oder an einen anderen Ort und einfach weg sind. Es wird oft auch dazu geraten loszulassen.

Es gibt genauso die Möglichkeit, das anders zu machen. Hol sie in dein Herz zurück! - Höre ich mich sagen. - Da ist ihr Platz zusammen mit den anderen Anteilen in dir. Dort war sie immer und gab dir Halt. Hol sie dahin zurück!

Tränen fließen und Erleichterung!

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Wenn unsere Überzeugungen uns von innen heraus schwächen, dann müssen wir sie ändern damit wieder Freude und Liebe fließen kann.✨

Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen und auf die Wunder, die bis dahin passiert sein werden.

Danke Leben dass du so ein Vertrauen in mich hast und mir diese Fähigkeiten schenkst.

🙏

Janine

𝕗𝕦̈𝕣 𝕖𝕚𝕟 𝕤𝕖𝕝𝕓𝕤𝕥𝕓𝕖𝕤𝕥𝕚𝕞𝕞𝕥𝕖𝕤 𝕃𝕖𝕓𝕖𝕟 𝕒𝕝𝕤 𝔽𝕣𝕒𝕦

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Die 6 wichtigsten Schätze die ich in der Arbeit mit dem inneren Kind bergen durfte.


Nachdem ich in meinem letzten Beitrag intensiv den Schmerz und die Abwehr des Schmerzes beschrieben habe, möchte ich dir hier die unglaublich wertvollen Schätze zeigen, die ich in der Begegnung mit meinem inneren Kind bergen konnte und es immer noch tue.


Schatz Nr.1 - Mitgefühl


Zu fühlen was der andere fühlt, heißt nicht automatisch, dass man Rücksicht nimmt. So war das erst bei mir. Ich wusste immer genau, wo der wunde Punkt meines Gegenübers ist und habe erst recht gebohrt, um meinen emotionalen Schmerz zu kompensieren. Heute nutze ich dieses "Gespür" in meiner Begleitung und gehe Achtsam mit der Wunde des anderen um und erkenne, wann jemand bereit und stabil genug ist, hinzuschauen.


Schatz Nr.2 - Resilienz


Mit Herausforderungen allein fertig zu werden hat mir unzählige Ideen, Herangehensweisen und Lösungsansätze verschafft. Ich war sehr gut darin, ungefragt die Probleme anderer zu lösen. Heute nutze und schätze ich diese Fähigkeit vor allem als Mama und in meiner Selbstständigkeit sehr.


Schatz Nr.3 - Selbstreflexion


"Du erschaffst deine Welt mit deinen Gedanken." Dieser Satz hat bei mir 2009 in der 1. Stunde meiner Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie eingeschlagen wie eine Bombe. Ich war mit meiner Welt nämlich so gar nicht zufrieden! Von da an war ich nicht mehr aufzuhalten und hab mich und alles reflektiert und analysiert, was nicht bei 3 auf dem Baum war. Das letzte mache ich heute nur noch, wenn ich den Auftrag bekomme.


Schatz Nr.4 - Selbstentwicklung


Anfangs war ich durch das Vermeiden von Ablehnung und dem Gefühl nicht gut genug zu sein, stets bemüht, mich positiv zu entwickeln. Es war der starke Wunsch nach Anerkennung, der den Stein ins Rollen gebracht hat. Heute nutze ich diese Fähigkeit für echte innere Heilung und spirituelle Entwicklung.


Schatz Nr.5 - Kontakt mit eigenen Bedürfnissen


Ganz genau zu beobachten, was mein gegenüber braucht, war eine wichtige Strategie für mich als Kind. Da meine Bedürfnisse nicht wahrgenommen wurden, konnte ich sie auch nicht verstehen. Das hat später in meinen Partnerschaften zu großem Frust geführt und ich konnte schwer Entscheidungen für mich treffen, da ich keine Grundlage hatte. Ich habe mich intensiv mit meinen Bedürfnissen und Werten beschäftigen MÜSSEN.


Schatz Nr.6 - Empowerment


Ich würde sagen, das ist einer der größten nutzen für die Menschen, die ich beruflich und privat begleite. Durch meinen Weg kann ich sagen, dass alles möglich ist. Ich fühle es mit jeder Faser meines Körpers. Ich sehe die Schätze in anderen und glaube an sie.



Wenn du magst, schreibe gerne deine Erfahrungen in die Kommentare. Ich lese sie gern!

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